Mein größter Fehler beim Camper-Ausbau

Camper-Van-Ausbau mit skandinavischem Design.

Zum Thema Van-Ausbau gibt es viele gute Anleitungen. Doch neben der richtigen Wahl des Autos oder Materials ist mir bei unserem Busprojekt etwas anderes viel wichtiger geworden. Was ich in der Bauphase gelernt habe, erfährst Du hier.


Mein Fazit nach einem Jahr Ausbau eines Fiat Ducato 

Gedanklich hebe ich gerade stolz das Sektglas: Auf den Monat genau ein Jahr haben mein Mann und ich einen Transporter in einen Camper verwandelt. Im Rückblick ist es so faszinierend zu sehen, wie unser Knut immer mehr Form und Gestalt angenommen hat. Das Ergebnis lässt sich sehen und ich fühl mich pudelwohl in unserem Hause auf Rädern. Trotzdem würde ich beim nächsten Ausbau eine Sache anders machen: Dabei denke ich nicht an die Platzwahl der Kühlbox oder die Anzahl der Dachfenster, sondern an meine eigene Einstellung zu dem Projekt. 

Zwar bin ich gerade richtig wehleidig, dass diese Phase im Leben nun vorbei ist, doch am Anfang konnte es mir nicht schnell genug gehen. Meine ursprüngliche Vorstellung war es, möglichst bald fertig zu werden: lieber weniger Schnickschnack, dafür schneller losfahren; lieber weniger Urlaubstage in der Werkstatt, dafür mehr davon am Meer. Zum Glück hatte ich einen wunderbaren Baupartner, der mich daran gehindert hat. Zu Beginn konnte ich mich wirklich nur schwer auf den langen Prozess des Planens, Ausprobierens und Optimierens einlassen. Bis ich gemerkt habe, wie viel Wertvolles ich in dieser Zwischenzeit für mein Leben lerne

Der Zauber der Unvollkommenheit

Klar, ich habe mir einige Handwerkskills beigebracht. Das war aber auch nicht sonderlich schwer, weil ich vorher so gut wie keine Ahnung hatte. Was mich stattdessen überrascht hat, ist die Tatsache, dass ich irgendwann angefangen habe, den Prozess zu lieben: Ankommen im Hier und Jetzt; nicht nur nach dem Ergebnis streben; kleine Erfolgserlebnisse feiern, den Moment mit Farbe und Pinsel in der Hand genießen; Planänderungen als Chance sehen, eine gemütliche Baustellen-Atmosphäre schaffen…

Und ich habe gelernt, dass wir auch schon mit einem leeren Kastenwagen losfahren und Abenteuer erleben können. Unvergesslich bleiben mir die vielen Momente, in denen uns die Unvollkommenheit von Knut zur Improvisation zwang. Heilig Abend verbrachten wir zum Beispiel ganz eng aneinander gekuschelt im Van, weil draußen der Schnee tobte und wir noch keine Standheizung eingebaut hatten: Solche verrückten Erlebnisse sind die, die mir im Herzen bleiben.

Vom leeren Transporter …
zum selbstabgebauten Camper-Van Knut.

Zufriedenheit auf dem Weg zum Ziel

Egal ob Hausbau, Masterarbeit oder Gartenprojekt: Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du auch erleben kannst, wie viel Wunderbares darin liegt, im Hier und Jetzt anzukommen. Es lohnt sich nicht nur am Ziel, sondern auch auf dem Weg dorthin, zufrieden zu sein.

Mitten in der Unvollkommenheit steckt so viel Potenzial

Nicht nur das fertige Wohnzimmer macht Spaß, sondern auch das Aussuchen der Möbel und Ausprobieren unterschiedlicher Wandfarben. Nicht nur die fertige Masterarbeit bringt Dich im Leben weiter, sondern auch das Zeitmanagement, welches Du in der intensiven Schreibphase lernst. Und nicht nur das frische Gemüse aus dem Garten ist eine tolle Erinnerung an den Sommer, sondern auch die Sonnenstunden, in denen Du mit den Händen in der Erde gewühlt hast, um Deinen Kopf freizubekommen. Mitten im Prozess und in der Unvollkommenheit steckt so viel Potenzial.

🚌 PS. Und jetzt mal ganz ehrlich: So richtig fertig werden wir wohl niemals mit diesem Camper sein. Zurzeit fällt uns schnell die Decke in der Wohnung auf den Kopf. Homeoffice und Corona-Beschränkungen mit Baby sind nicht die beste Kombi, ich sag’s Dir. Deshalb dient Knut momentan als Büro und nicht als Reisebegleiter. Gerade ist ein funktionierendes Internet wichtiger als ausreichend Platz für nasse Strandtücher. Das bedeutet auch, dass wir wieder neue Dinge anpassen müssen. Das ist für mich mittlerweile völlig in Ordnung, denn ich finde es großartig, unser Zuhause auf Rädern immer wieder unseren Bedürfnissen anzupassen.
Und ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde… ABER: Ich freue mich wahnsinnig auf unseren nächsten Ausbau, ha!

Ein Kommentar zu „Mein größter Fehler beim Camper-Ausbau

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