Mama werden während der Corona-Krise

In den vergangenen Monaten haben mich viele gefragt, ob es nicht verrückt ist, in solchen Zeiten ein Kind zu bekommen. Und ich habe gemerkt, dass es für mich wirklich verrückt ist: nämlich verrückt schön.


Aus der Hecktür von Knut (unserem Van) sehe ich meinen Mann mit dem Kajak auf dem See paddeln. Wir befinden uns so weit nördlich in Schweden, dass die Sonne auch noch am Abend ungewohnt weit oben steht. Die Bäume spiegeln sich in dem klaren Wasser und in meinem Bauch sammelt sich Vorfreude auf einen frischen Fisch, der hoffentlich heute Abend gegrillt wird. Als Sahnehäubchen zu dieser Kulisse ist Baby P gerade neben mir eingeschlafen und lächelt dabei so süß friedlich. Wow, das Leben ist schön. Verdammt schön!

Unverdient gut

Hier steck ich also, mitten drin in einer traumhaften Elternzeitreise mit meinen drei Männern (Ehemann, Sohn und Van) und sammle fleißig Marmeladenglasmomente. Apropos Traum: Ein Träumchen waren nicht nur die vergangenen ersten Lebenswochen von Baby P, sondern auch schon die vielen Monate davor, in denen ich eine dicke Kugel geschoben habe. Ich habe sie nämlich geliebt, meine Kugel, und sowieso alles, was mit der Schwangerschaft zusammenhing. 

Doch während ich mir die Kugelzeit mit Pommes und Nutella-Brezeln schön gemacht habe, hat die Corona-Krise unsere Welt ordentlich ins Wanken gebracht. Man sagt ja immer, dass es in Krisen Gewinner und Verlierer gibt. So ist es wohl auch bei dieser Pandemie. Mein Mitgefühl ist bei allen, die Verluste, Ängste und Schmerzen einstecken mussten. Es ist mir deshalb fast unangenehm zu schreiben, dass es mir richtig gut ging und geht während dem Corona-Ausnahmezustand. Und das nicht trotz, sondern aufgrund der Schwangerschaft.

Nähe statt Distanz, Integration statt Isolation

Klar, eine Maske unter der Geburt zu tragen, hat auch mir die Sache nicht leichter gemacht. Und natürlich hat es mich auch traurig gemacht, dass ich die Schwangerschaft aufgrund von Kontaktbeschränkungen nicht mit vielen teilen konnte. Aber das alles hat sich nur wie ein minimaler Widerstand angefühlt im Gegensatz zu dem großen Gewinn, den ich in den letzten Monaten in meinem Bauch und jetzt auf meinem Arm tragen darf.

Meine Schwangerschaft und der neue Job als Mama haben mir in einer Zeit, die von Plan- und Orientierungslosigkeit geprägt ist, Halt und Sinn gegeben.

Während dem langen Lockdown-Winter, der von Isolation und Einsamkeit geprägt war, konnte ich den Schluckauf von Baby P im Bauch spüren. Und in einer Phase, in der noch immer Abstand und Distanz gefragt ist, darf ich hautnah (im wahrsten Sinne des Wortes) mit einem neuen Erdenbürger sein. Was für ein Geschenk!

Schwanger im Corona-Jahr: 3 Tipps

Ich fühl mich wirklich gesegnet und weiß aber auch, dass es nicht allen gerade so geht (zu Recht!). Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn Du als werdende oder frische Mama unter der Situation leidest. Vielleicht bist Du verunsichert, traurig, gestresst oder Dich machen die ständig wechselnden Klinikregeln nervlich fertig (I feel you, girl). Mir hat es in schwierigen Momenten geholfen, mich auf die Vorteile zu konzentrieren, die durch diese seltsame Situation entstehen. Hier sind meine Top 3:

Tipps für Deine Kugel- und Wochenbettzeit zu Corona-Zeiten

1. SUCHE DIR GLEICHGESINNTE

Es gibt so viele Frauen, die gerade in derselben Situation stecken und die kannst Du zurzeit noch leichter finden als jemals zuvor. Mir hat die momunity-App geholfen, andere Mamas für gemeinsame Spaziergänge zu daten. 

2. Nutze die Flexibilität

Alle Vorbereitungs- und Rückbildungskurse finden derzeit nur online statt. Das ist schade, bietet Dir aber tolle neue Möglichkeiten. Ich mache zum Beispiel momentan meinen Rückbildungskurs von Schweden aus. Ziemlich lässig! 

3. NIMM‘ DIE AUFMERKSAMKEIT VON ANDEREN IN ANSPRUCH

Dein Umfeld hat aufgrund von Kurzarbeit oder mangelnden Freizeitmöglichkeiten mehr Zeit und Interesse für Dich und Dein Babyglück! Davon habe ich in den ersten drei Monaten von Baby P total profitiert und mich dadurch weniger isoliert, sondern integriert gefühlt. 

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesen Gedanken ein paar positive Vibes rüberschicken.

🐠 So, der Mann ist zurück mit dem Fisch. Ich geh jetzt mal Feuerholz suchen. Grüße aus der schwedischen Idylle.

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