Anders als geplant: Vom Umgang mit durchkreuzten Plänen

Wusstest Du, dass ich richtig gut darin bin, Jahrespläne aufzustellen? Doch wenn etwas nicht nach meinen Vorstellungen läuft, würde ich am liebsten den Kopf in den Sand (oder Mülleimer) stecken. Kennste?


Seit Neustem tüftle ich an Jahresplänen für die Zukunft: Wie stelle ich mir meine Beziehungen in fünf Jahren vor? Welche beruflichen Ziele möchte ich in zehn Jahren erreicht haben und welches Hobby soll in fünfzehn Jahren mein Leben prägen? Klingt in Deinen Ohren vielleicht ein bisschen trocken, unspontan und verkopft: Ist es womöglich auch 😉. 

Doch solche Pläne geben mir Orientierung und helfen dabei, Entscheidungen zu treffen. Außerdem beweisen mir meine Listen, dass ich weiß, was ich will und wie ich mir mein Leben vorstelle. Das herauszufinden, ist gar nicht so leicht. Was sich für mich jedoch als noch viel, viel schwieriger herausgestellt hat, ist der Umgang damit, wenn meine Vorstellungen nicht aufgehen, wenn Pläne nicht umsetzbar sind und Ziele nicht erreicht werden

Das hatte ich mir anders vorgestellt

Wie gehst Du damit um, wenn Deine Pläne durchkreuzt werden? 
Damit meine ich nicht nicht nur große Karriereziele oder Wünsche in der Familienplanung, sondern auch die alltäglichen Stolperfallen: Wenn eine Erkältung das Geburtstagsfest verhindert, ein Virus die Reisepläne auf den Kopf stellt, eine Freundin spontan das Treffen absagt oder der Regen den Ausflug verhindert.

Ich hatte von solchen Situationen für meinen Geschmack eine Nummer zu viel in den vergangenen Monaten. Meist meldet sich bei mir schnell Enttäuschung: Enttäuschung über das Wetter, mich und andere. Ich ziehe mich in mein Schneckenhaus zurück und trauere über meine zerplatzten Träume und Wünsche.

Ich würde diese Phase immer gern überspringen, gleichzeitig weiß ich, wie wichtig sie ist. Trauer ist nicht nur bei schweren Schicksalsschlägen berechtigt, sondern braucht auch seinen Platz bei kleinen Alltagshindernissen. 

Nach der Trauer der Aufbruch

So wichtig mir das Trauern ist, so wichtig ist es mir aber auch, dass ich diese Phase mit der Zeit auch wieder hinter mir lasse. Oftmals bin ich dabei auf den Anstoß von Außen angewiesen, der mich dazu motiviert, die neue Situation zu akzeptieren und neue Möglichkeiten zu erkennen. Sätze wie „Du musst deine Träume loslassen“ helfen dabei weniger.

Viel mehr schätze ich es, wenn mir die Augen für die Chancen der ungeplanten Situation geöffnet werden – Weggefährten im Leben zu haben, die genau so etwas können, sind Goldwert!

Hast Du so jemanden in Deinem Umfeld? 
Bist Du ein solcher Mensch für jemand anderen?

Neugier auf das Unerwartete

Wenn Pläne scheitern, zeigt mir das auch auf charmante Art und Weise, dass nicht alles in meinem Leben in meiner Hand liegt. Ich kann noch so gut meine Lebensanalysen ausarbeiten, Listen füllen, mir mein Leben im Kopf ausmalen und dafür arbeiten: Manche Faktoren in meinem Leben kann ich einfach nicht beeinflussen.

Diese Erkenntnis ist ernüchternd und gleichzeitig schenkt sie mir Gelassenheit. Gelassenheit darüber, dass ich nicht alles durchdenken, durchplanen und wissen muss. Gelassenheit darüber, im Moment leben zu dürfen und das zu erkennen, was gerade jetzt vor mir liegt. Gelassenheit anzukommen, auch wenn ich noch auf dem Weg bin. 

Gelassenheit einen zerplatzten Plan nicht als Scheitern zu definieren, sondern neugierig den neuen Weg zu laufen.

Bei mir siegt am Ende immer die Neugier auf das Unerwartete und die Spannung darauf, was kommt, wenn nicht das, was ich gedacht habe. Denn irgendetwas kommt immer ✨.

Warum eigentlich nicht anders als gedacht?

Als ich neulich morgens meinen Mann spontan fragte, ob er vor Arbeitsbeginn noch kurz Zeit mit klein P verbringen könne, damit ich mir etwas Me-Time nehmen kann, meinte er: „Das durchkreuzt jetzt meine Pläne, aber warum eigentlich nicht?“
Ich musste grinsen und dieser Satz geht mir noch immer nicht aus dem Kopf.
Was wäre, wenn ich diesen Satz als Lebenseinstellung für zerplatzte Pläne nehmen würde? 

Beim nächsten Mal, wenn meine Vorstellungen nicht Realität werden, möchte ich meinen Kopf aus dem Mülleimer nehmen genau das zu denken: Das durchkreuzt jetzt meine Pläne, aber warum eigentlich nicht? 

Du so?

2 Kommentare zu „Anders als geplant: Vom Umgang mit durchkreuzten Plänen

  1. Sehr schön geschrieben! Ich habe genau diese Einstellung für Urlaube. Ohne Ende planen, über beste Routen und Tagesabläufe grübeln… Nur um dann doch viel ganz anders zu machen, ganz ohne Groll, sondern mit genau der Neugier, von der du schreibst.

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    1. HEJ Markus, danke Dir :-)! Ehrlich gesagt ist der Text eine eigene Erinnerung an mich, die Neugier siegen zu lassen… gerade was die Urlaubsplanung betrifft, hihi. Lass es Dir weiterhin gut gehen in Deiner Gelassenheit, das klingt richtig richtig gut!

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